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Grenzenlose Kreativität

Mit einem Beitrag zum Thema "Grenzenlose Kreativität - Vernetzte und interkulturelle Ideenfindung" hat Alexander Plitsch den Zienterra Rhetorikpreis 2010 in Silber gewonnen. Lesen Sie hier den gesamten Beitrag oder schauen Sie sich das Video an.

 

Wie Waren kann auch Wissen, können auch Ideen heute weltweit ausgetauscht werden. Globalisierung und Vernetzung machen es möglich. Was selbstverständlich klingt, ist doch umstritten. Politik und Wirtschaft pendeln zwischen Weltoffenheit und einer Art Wissensprotektionismus. Ich möchte dieses Phänomen kurz darstellen und für mehr Offenheit werben, damit Kreativität Grenzen überschreiten kann.

 

 

Der Aufstieg von China und Indien wird oft als Bedrohung für den Vorsprung der westlichen Welt wahrgenommen. Wir beruhigen uns gerne mit dem Hinweis darauf, dass die Asiaten ja unsere Technologie kopieren und den Aufstieg nur durch ihre geballte Fertigungskraft schaffen. Aber ein Blick auf Statistiken wie Hochschulabgänger dieser Länder oder deren Investitionen in die Bildungssysteme zerstört diese Illusion.

 

In Deutschland wird deshalb die Bildung von allen Seiten zum Mega-Thema der kommenden Jahre erkoren. Die Zukunft, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stehe auf dem Spiel, heißt es.

 

Aber ist das so? Müssen wir in der Bildung förmlich aufrüsten, um gegen andere Länder zu bestehen? Müssen wir Mauern um unser Bildungssystem errichten, um dahinter die kommende geistige Elite zu formen?

 

Fakt ist, dass sich die Märkte wandeln. Das klassische Marketing stößt an seine Grenzen. Alle wichtigen Märkte sind zigfach segmentiert, die Unternehmen kämpfen um jede Nische, um jedes kleine Stück des großen Kuchens. Aus dieser Lage befreien sich nur solche Unternehmen, die statt kontinuierlicher Verbesserung auf radikale und revolutionäre Innovation setzen. Unternehmen, die mit ihren Ideen ganze Märkte auf den Kopf stellen.

 

Kein Wunder, dass in einer Umfrage von IBM 1500 Geschäftsführer aus 60 Ländern Kreativität als die wichtigste Eigenschaft von Führungskräften genannt haben. Nicht Integrität. Nicht Teamfähigkeit. Nicht der Fokus auf Nachhaltigkeit. Kreativität ist die Kernkompetenz der Zukunft – und Ideen die wichtigste Ressource.

 

Zu den Faktoren für radikale Innovationen gehören aber Kollaboration und heterogene Teams. Menschen, die mit unterschiedlichen Erfahrungen und aus verschiedenen Perspektiven auf ein Problem schauen. Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

 

Ein Schlagwort der letzten Jahre lautet Open Innovation: Unternehmen öffnen ihren Innovationsprozess für Partner, Kunden, Konkurrenten oder gleich die Allgemeinheit. Im größten Innovationsportal im Internet, Innocentive, bitten Firmen die User um Ideen. Die User, das sind über 200.000 Menschen aus 200 Ländern.

 

Wie passt das zum eben geschilderten Wissensprotektionismus? Obwohl wir längst wissen, dass Unternehmen in der globalisierten Welt auf internationales Know-how und Fachkräfte aus anderen Ländern angewiesen sind, verfallen wir im Angesicht der vermeintlichen Bedrohung durch Länder wie China und Indien wieder in die üblichen nationalstaatlichen Denkmuster.

 

Doch Verstecken und Einmauern, Abschirmen und auf sich selbst Konzentrieren – das bringt uns nicht weiter. So stellen wir uns nur selbst ins Abseits in einer globalisierten, vernetzten Welt. Unser Ziel muss vielmehr sein, in Deutschland, EU- und europaweit und letztlich auch weltweit für optimale Bildungschancen zu sorgen und die Bildungssysteme und -institutionen in einen fairen globalen Wettbewerb zu schicken. Davon profitieren am Ende alle, auch Länder wie Deutschland. Denn Wissen ist ein öffentliches Gut, das Faszinierende an der Ressource „Idee“ ist, dass sie wächst und sich vermehrt, wenn man sie teilt.

 

Warum soll auf lange Sicht nicht die chinesische Forschung auch Innovationsanstöße für deutsche Unternehmen liefern? Warum sollen nicht Entrepreneure aus Indien und Deutschland gemeinsam neue, internationale Unternehmen gründen?

 

So wie es einen freien Handel von Produkten und Dienstleistungen gibt, braucht es auch einen freien Ideenhandel. Globaler Austausch, interkulturelle Ideenfindung, offene Innovationsprozesse. Nur wenn wir die Angst aufgeben und uns öffnen, wird Kreativität grenzenlos.

 

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Der Rhetorikpreis 2010 wurde vom Zienterra Institut für Rhetorik und Kommunikation gemeinsam mit der Initiative Deutschland - Land der Ideen veanstaltet.

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